Obwohl das Bild der Stadt Essen in den Köpfen vieler Menschen noch aus rauchenden Schornsteinen,
rußgeschwärzten Kumpeln und grauen Zechenhäusern besteht, hat sie eine interessante Entwicklung
zu einem der wichtigsten Orte der Kulturhauptstadt 2010 genommen.
Nachdem mit Beginn des 19.Jahrhunderts der bis dahin unbedeutende Kohlenabbau
durch Dampfmaschine und Eisenbahn so richtig in Schwung kam, entwickelte sich durch
Gründung einer Gusstahl- und Hammerfabrik durch Friedrich Krupp ein zweiter
Industriezweig . Aber erst Alfred Krupp baute die Firma bis 1887 zur größten
Stahlfabrik der Welt aus – seine Fabriken prägten das Stadtbild mit rauchenden Schornsteinen.
Seine private Residenz, die Villa Hügel, ist heute noch eine der Sehenswürdigkeiten der
Stadt. Sie beherbergt die Kulturstiftung Ruhr, das “Fotografische Dokumentationsarchiv
zur Geschichte der Industrialisierung an der Ruhr” und lockt außerdem durch
historische Räume und einen herrlichen Park viele Besucher an.
In diesen Zeiten der Industrialisierung entstanden in den um die Kernstadt liegenden
Stadtteilen Zink- und Eisenhütten, eine Eisengiesserei und Gusstahlfabrik sowie drei Bergwerke.
Eines davon, die Zeche Zollverein, wurde nach der Stilllegung im Jahre 1986 zum
Wahrzeichen des Ruhrgebietes und zu einem der bekanntesten Industriedenkmale der
Region. Heute finden dort viele Veranstaltungen statt, so auch einige zum Kulturhauptstadtjahr.
Das heutige Erscheinungsbild der Stadt ist erst wenige Jahrzehnte alt, da sie im
Krieg fast vollständig zerstört wurde. Ein grosser Schritt in Richtung grünes, innovatives
und lebenswertes Ruhrgebiet wurde durch den Umbau eines Grossteils der ehemaligen
Krupp-Gelände in Freizeit- und Begegnungsstätten getan.
“Aus der Asche” – Kann man das so sagen, wenn man an Essen und die anderen Städte
des Ruhrgebietes denkt?
Die Veranstaltungen im Jahr 2010 umspannten den breiten Bogen über Bilder, Theater, Musik,
Feste und Ausstellungen. Einige Herausragende waren die Ruhr-Atolle, die Kunstwerke auf den
Emscherinseln und das Still-Leben Ruhrschnellweg mit einer autofreien A40.
Sicher nicht nur die kulturellen und interessanten Veranstaltungen zur Ruhr 2010
waren und sind ein Grund, die Region zu besuchen.
Die vielen Parks machen sie zur drittgrünsten Stadt Deutschlands, außer der Villa Hügel
und der Zeche Zollverein laden historische Gebäude wie der als das “Essener Münster” bekannte
Dom und die Alte Synagoge zu einer Besichtigung ein. Abends kann man die Philharmonie
besuchen oder im Winter die 500000 LEDs der Lichtwochen bestaunen.
Die Messe, moderne Einkaufszentren und interessante Ausstellungen im Folkwang Museum
sind weitere Anziehungspunkte.
Die Ruhr 2010 hat nicht nur hier den modernen Wandel des Ruhrgebiet bekannt
gemacht und es wird spannend sein, die weitere Entwicklung dieser Region zu verfolgen.
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